Title: Technische Informationen
Published: 25. September 2023
Last modified: 7. Februar 2024

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![Technisches Gerät in einer Schaumstofffabrik](https://www.hs-schaumstoff.com/wp-
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# **Good to knowTechnische Informationen über unsere Schaumstoffe

Für ein **umfassendes Verständnis** und die** bestmögliche Anwendung **unserer Schaumstoffprodukte
ist es entscheidend, technische Informationen bereitzustellen. Hier bieten wir Ihnen
detaillierte Einblicke in die technischen Eigenschaften und Merkmale unserer hochwertigen
Schaumstoffe. Wir möchten sicherstellen, dass Sie nicht nur über erstklassige Produkte
verfügen, sondern auch über das Wissen, um diese effizient und effektiv in Ihren
Anwendungen einzusetzen.

Historischer Überblick

| 1937: | Prof. Dr. Otto Bayer führt zum ersten Mal eine Polyaddition im Labor durch und entdeckt somit die Polyurethan-Chemie. | 
| 1940: | Dr. A. Hoechtlen und Dr. W. Droste erzeugen im Labor den ersten Polyurethanschaum auf Polyesterbasis. | 
| 1942/1945: | Der neue Polyurethanschaum wird von nun an im Bauwesen eingesetzt, um Hohlräume auszufüllen. | 
| 1951: | Der erste Polyurethanschaum auf Polyätherbasis wird im Labor erzeugt. | 
| 1952: | Es wird die erste Anlage zur kontinuierlichen Herstellung von Blockschaumstoffen gebaut, die Produktionsleistung liegt bei 20 kg/Minute. | 
| 1955: | Es werden über 500.000 kg Schaumstoff auf Polyesterbasis erzeugt. Der Einsatz dieses neuen Materials für Kissen und Matratzen trifft den Geschmack der Erzeuger und der Kund:innen. | 
| 1956: | Zum ersten Mal wird der weichelastische Polyurethanschaum auf Polyätherbasis industriell erzeugt. | 
| 1968: | Die Produktionsleistung dieses aussergewöhnlichen Erzeugnisses der Polyurethan- Chemie erreicht über 200 Millionen kg/Jahr. | 
| 1973: | Weltweit werden 1,2 Milliarden kg Polyurethanschaum erzeugt, wobei der Verbrauch in den Ländern Nordeuropas ca. 2kg/Kopf beträgt. | 
| 1989: | Die Britische Regierung schreibt die Verwendung von Polyurethanschaumstoffen mit modifizierter Verbrennung (CM-HR) in der Wohnungseinrichtung vor. | 
| 1991: | Beschluß zum Ausstieg des FCKW-Einsatzes bis zum Jahre 1995 |

Vom Erdöl zum PU-Schaum

### Polyurethanschaum und seine Arten

Der Polyurethanschaum ist eine zellartige Struktur, die einen hohen Prozentsatz 
an Luft im Volumen einschließt. Es gibt zwei Hauptkategorien von Polyurethanschaum:**
harte und weichelastische Schaumstoffe**. Während harte Schaumstoffe in Bereichen
wie Bauwesen, Elektrotechnik und Verpackungsmaterialien Anwendung finden, konzentrieren
wir uns in diesem Handbuch ausschließlich auf die Eigenschaften der weichelastischen
Polyurethanschaumstoffe. Dieser elastische Polyurethanschaumstoff wird seit 1952
industriell hergestellt.

### Die Rolle der Zusatzstoffe

Es ist wichtig zu beachten, dass die Herstellung von Polyurethanschaum neben den
Grundrohstoffen auch viele andere **Chemikalien **erfordert, darunter **Stabilisatoren,
Emulgatoren, Katalysatoren, Farbstoffe** usw. Diese Zusatzstoffe sind entscheidend,
um verschiedene Eigenschaften wie spezifisches Gewicht, Weichheit, Beständigkeit,
Dehnungsfestigkeit und Elastizität zu erreichen. Sie tragen wesentlich zur Qualität
des Endprodukts bei.

### Präzision in der Dosierung

Die einzelnen Bestandteile werden mithilfe eines Druckpumpensystems direkt aus den
Tanks entnommen. Die Genauigkeit der Dosierung in dieser Phase ist von größter Bedeutung,
um ein** gleichmäßiges Produkt** zu gewährleisten. In modernen Anlagen werden die
Durchflussmengen jeder Komponente sorgfältig überwacht und kontinuierlich aufgezeichnet.

Kurz nachdem die Komponenten miteinander in Kontakt kommen, werden sie gleichmäßig
auf eine Spezialpapierbahn aufgetragen, und die Mischung bewegt sich auf einem Förderband.
Die** anfänglich 0,5 bis 1,5 cm dicke Flüssigkeitsschicht** wächst **zu einem über
1 m hohen Block** heran. Das Gas, das zur Expansion des Schaumstoffs benötigt wird,
entwickelt sich hauptsächlich während der Polymerisation des Schaums. Diese exotherme
Reaktion erzeugt Wärme. Die Polymerisation ist bereits wenige Meter nach dem Verlassen
des Mischkopfs abgeschlossen.

### Synergisch-physikalische Faktoren

Die Herstellung von PUR-Schaumstoff erfolgt nicht nur durch chemische Prozesse, 
sondern auch durch physikalische Vorgänge. Daher müssen verschiedene synergisch-
physikalische Faktoren berücksichtigt werden, darunter die **Temperatursteuerung**
der Rohstoffe, **freigesetzte** und in den Rohstoffen **dispergierte Gase**, **Luftdruck**,**
Luftfeuchtigkeit **und **Raumtemperatur**. Diese Faktoren sind entscheidend für 
die Qualität des Endprodukts.

### Die Struktur des Polyurethanschaums

Die Bienenwabenstruktur und die dünnen Wände der Schaumzellen sind ausschlaggebend
für die Weichheit, Elastizität und Beständigkeit dieses Materials. Zudem ist Polyurethanschaum**
leicht, luft- und feuchtigkeitsdurchlässig**, was ihn zu einem idealen Polstermaterial
macht.

### Lagerung und Weiterverarbeitung

Die Blockschaumlänge besteht vorwiegend aus** 60 Meter langen Blöcken**, die automatisch
von einem computergesteuerten System gelagert werden. Die Weiterverarbeitung der
PUR-Schaumblöcke erfolgt üblicherweise 72 Stunden nach der Herstellung, da der Schaum
erst nach 24 Stunden stabil wird.

Eigenschaften von PU-Schaum

### Allgemeines

Die Blockschaumstoffe werden in **zwei Hauptgruppen** unterteilt: Polyurethanschaum
auf Polyätherbasis und auf Polyesterbasis.

### Physikalische Eigenschaften

Die Schaumstoffe auf Polyätherbasis unterscheiden sich von denen auf Polyesterbasis
in folgenden Einzelheiten:

 * Polyätherschaumstoffe sind hochelastisch, während weniger elastische Polyesterschaumstoffe
   einen höheren Stossabsorptionsgrad aufweisen.
 * Polyesterschaumstoffe sind gegenüber organischen Lösungsmitteln beständiger.
 * Polyätherschaumstoffe sind hydrolysebeständig.
 * Beide Schaumstoffe bieten exzellente thermische Isolationseigenschaften.
 * Die Wärmeleitzahl des weichen Polyurethanschaums beträgt etwa 0,04 Kcal/h.
 * Zusätzlich weisen beide gute Schallabsorptionswerte bei mittleren und hohen Frequenzen
   auf.

Die hs-Schaumstoff verarbeitet **Schaumstoffe in verschiedenen Härtegraden und Raumgewichtsklassen**(
Standard von 16–80 kg/m³ – Kaltschaum von 21–65 kg/m³). Die Feuchtigkeitsaufnahme
beträgt ca. 2 % bei 90 % relativer Luftfeuchtigkeit. Diese Feuchtigkeitsaufnahme
kann während der Herstellung variieren. Bei dynamischer und statischer Beanspruchung
erweicht sowohl Polyäther- als auch Polyesterschaum, wobei Polyesterschaum stärker
verformt, aber weniger reißt. Unter optimalen Produktionsbedingungen gilt die Regel:
Je höher das Raumgewicht, desto geringer ist die Verformung.

### Beständigkeit gegenüber Chemikalien

Eine Tabelle zeigt das Verhalten von PUR-Schaum gegenüber verschiedenen Chemikalien.
PUR-Schaum auf Polyätherbasis zeigt eine** relative Beständigkeit gegenüber Säuren
und Alkalien**. Polyestertypen hingegen sind gegenüber allen organischen Lösungsmitteln
widerstandsfähiger.

### Hydrolyse-Alterung

Unter Hydrolyse versteht man die** Aufspaltung von Molekülen **bei Kontakt mit Wasser.
Die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit kann zur Hydrolyse führen. Im Vergleich 
zu Polyätherbasierten Schaumstoffen zeigen Polyesterschaumstoffe eine geringere 
Hydrolysebeständigkeit.

### Oxidationsalterung

Polyurethanschaumstoffe, sowohl auf Polyester- als auch auf Polyätherbasis, sind**
gegenüber Sauerstoff sehr widerstandsfähig**.

### Lichtalterung

Polyurethanschaum **kann durch Lichteinwirkung** (Tages- und Kunstlicht) **vergilben**.
Diese Verfärbung ist auf die Oxidation bestimmter Molekülgruppen im Schaum zurückzuführen.
Bei Polyesterschaum ist die Lichtvergilbung geringer als bei Polyätherschaum. Je
schwerer der Schaumstoff, desto geringer ist die Verfärbung, die jedoch die physikalisch-
mechanischen Eigenschaften nicht beeinflusst.

### Physiologische Eigenschaften

Polyurethanschaum verursacht bei Hautkontakt **keine Hautreizungen oder Dermatosen**.
Experimente haben gezeigt, dass die Einnahme von Schaumstoff keine Schädigungen 
verursacht.

### Beständigkeit gegenüber Mikroben

Beobachtungen haben ergeben, dass Schimmelpilze und Bakterien bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit
den Polyurethanschaum schädigen können. Um dies zu verhindern, kann der Schaumstoff
mit **antimikrobiellen Stoffen wie Sanitized® behandelt **werden.

### Temperaturbeständigkeit

Polyurethanschaum kann auch bei **Temperaturen bis zu 100 °C **ohne wesentliche 
Reduktion der physikalischen Eigenschaften eingesetzt werden. Ein Waschvorgang bei
90 °C führt zu thermischer, mechanischer und chemischer Beanspruchung des Materials,
wobei Qualitätsware diesen Belastungen ziemlich gut standhält und sich nur begrenzt
verformt. Die Zersetzungstemperatur liegt bei > 180 °C, und die Entzündungstemperatur
bei > 400 °C.

### Gasentwicklung bei Verbrennung von Polyurethanschaum

Wie bei anderen Naturstoffen (Holz, Wolle, Leder) werden bei der Verbrennung von
Polyurethanschaum Kohlenmonoxid, Stickoxide und Kohlendioxid freigesetzt. Der **
Prozentsatz **der bei der Verbrennung von Schaumstoffen entweichenden Gase ist jedoch**
nicht höher **als bei der Verbrennung der oben genannten Naturstoffe.

### Chlorfluorcarbone (FCKW)

Alle bei hs-Schaumstoff verwendeten Schaumstofftypen kommen gänzlich** ohne den 
Einsatz von Chlorfluorcarbonen **(FCKW) aus, was einen wichtigen Beitrag zum Schutz
der Umwelt darstellt.

### Entflammbarkeit von Polyurethanschaum

Polyurethanschaum ist, wie die meisten organischen Stoffe, brennbar. Durch den Einsatz
von Additiven und besonders modifizierten Rohstoffen bei der Schaumherstellung ist
es jedoch möglich, die **Entflammbarkeit zu reduzieren**. Wir verfügen über diverse
Schaumstoffe, die den strengsten internationalen Anforderungen in Bezug auf Brandschutz
entsprechen.

### Lagerung von PU-Schäumen

Unter neutralen Lagerbedingungen ist Polyurethan-(PUR-)Weichschaum** über einen 
langen Zeitraum lagerfähig**. Da die Lagerbedingungen bei den Kund:innen der Polyurethan-
Weichschaumhersteller im Einzelnen nicht bekannt sind und hierauf auch kein Einfluss
genommen werden kann, ist grundsätzlich keine Aussage über eine Mindesthaltbarkeitsdauer
möglich. Um die zugesicherten Eigenschaften von PUR-Weichschaum im Anlieferungszustand
möglichst unverändert zu erhalten, sollten die **folgenden Lagerhinweise beachtet
werden:**

 * Lagerung in gut durchlüfteten Räumen
 * Schutz vor UV-Einstrahlung
 * Schutz vor Nässe und Feuchtigkeit, auch hohe Luftfeuchtigkeit
 * Schutz vor flüchtigen Bestandteilen, wie z.B. niedermolekularen Weichmachern,
   da diese vom PUR-Weichschaum aufgenommen werden können, was zu einer deutlichen
   Verschlechterung der Fogging-Werte führen kann.

Hinsichtlich der sicherheitstechnischen Einstufung in Bezug auf das Brandrisiko 
sind Polyurethan-Weichschäume in die Brandgefahrenklasse 4.4 eingestuft (siehe VdS
Nr. 2292 6/87, Richtlinie für Sprinkleranlagen, Planung und Einbau, Anhang A2). 
Der Lagerhalter sollte sicherstellen, dass intern festgelegte oder mit Zulieferern
vereinbarte** maximale Lagerreichweiten beachtet **werden und grundsätzlich das 
FIFO-Prinzip (First-In-First-Out) anwenden.

### Stoffe, die nicht in PU-Schäumen enthalten sind

Gemäß den europäischen Richtlinien 76/769/CEE – 2002/95/CE und 2003/11/CE, die sich
auf verbotene gefährliche Stoffe beziehen, bestätigen wir, dass unsere Polyurethan-
Schäume die **folgenden verbotenen Substanzen nicht enthalten:**

 * Aliphatic CHC
 * 1.1.1.-Trichloroethane Tetrachloromathane
 * Asbestos
 * Lead and Lead compounds
 * Cadmium and Cadmium Compounds
 * Chlorinated dioxins and furans Brominated dioxins and furans
 * CFC and Halons
 * FC – HCFC – HBrFc – Methyl bromide
 * Formaldehyde
 * Halogenated biphenyls, terphenyls and naphthalenes
 * Halogenated aromatic compounds
 * Pentachlorophenol (PCP) – Pentachlorophelol sodium salt – Other PCP salts and
   Compounds
 * Polychlorinated biphenyls (PCB) – Polychlorinated terphenyls (PCT) –
 * Monomethyltetrachloro diphenylmethane – Monomethyldichlorodiphenylmethane –
 * Monomethydibromodiphenilmethane
 * Mercury and Mercury compounds
 * Polybromurated Biphenyls (PBB) – Polybromurated Diphenylethers (PBDE)
 * Pentabromodiphenylether (PBDE) – and Octabromodiphenylether (octaPBDE)
 * Heavy metals (Pb, Cd, Cr VI, Hg)
 * Tar Oils
 * Carcinogenic mutagenic and reproduction toxic chemicals
 * Chromium (VI) compounds
 * Poly-brominated biphenyls and poly-brominated diphenylethers
 * Antimony trioxide
 * Arsenic and Arsenic compounds
 * Azo compounds with carcinogenic amino compounds
 * Beryllium and beryllium compounds
 * N, N, – dimethlyformamide (DMF)
 * Synthetic mineral fibres classified as carcinogenic
 * Radioactive substances
 * Selenium and Selenium compounds
 * Brominated flame-retardants
 * Chlorinated paraffins

Prüfmethoden

### Charakteristik eines Schaumstoffes

Um die Charakteristik eines Schaumstoffes zu bestimmen, werden** folgende physikalische
Werte gemessen:**

**Raumgewicht**

Das Raumgewicht zeigt das Gewicht des Schaumstoffes pro Volumeneinheit in kg/m³ 
an. Ein Musterblock, von dem eine Haut entfernt wurde, wird senkrecht zur Zuwachsachse
in Schichten geschnitten: der Durchschnitt der einzelnen Gewichtswerte gibt das 
Raumgewicht des Blockes an. Die Methoden zur Bestimmung des Raumgewichtes sind: 
UNI 6349, DIN 53420, ISO 1855. Toleranz +/- 5 %.

**Eindruckhärte**

Die Eindruckhärte oder der Stauchwiderstand ist die Kraft, die notwendig ist, um
einen Eindringkörper (dessen Form und Abmessung festgelegt wurden) in das Prüfmaterial
bis zu 25 %, 40 % und 65 % seiner eigenen Dicke hineinzudrücken. Die Probe, die 
größer als der Eindringkörper ist, wird in die Mitte der Dynamoeterplatte gelegt.
Bei jeder Kompression des Prüfmaterials bis zu 25 %, 40 % und 65 % der eigenen Dicke
wird die Belastung 30 Sekunden lang gehalten; dann wird der Wert des Stauchwiderstandes
in Newton=N bestimmt.

Die Ergebnisse werden als Eindruckhärte oder Stauchwiderstand bei 25 %, 40 % und
65 % Belastung in Newton ausgedrückt. Der Stauchungsfaktor oder Sagfaktor ist das
Verhältnis zwischen dem Widerstand bei 65 % und bei 25 % Stauchung und stellt eine
gültige Angabe zur Bewertung der Eignung und des Komforts des Schaumstoffes dar.
Je höher der Wert ist, desto größer ist der Komfort. Die konventionellen Polyätherschaumstoffe
haben Werte von a/b=1,9, während die hs-Kaltschäume **Werte von a/b=2,9 **aufweisen.

**Stauchhärte**

Die Stauchhärte oder der Kompressionswiderstand ist der Druck (in Kilopascal=Kpa
ausgedrückt), der notwendig ist, um einen Probekörper bis zu 40 % seiner ursprünglichen
Dicke mittels eines Eindringkörpers (dessen Form und Abmessung festgelegt wurden)
zusammenzudrücken. Der Probekörper ist ein Parallelepiped mit den Abmessungen 100
x 100 x 50 mm; man kontrolliert die Abmessung des Probekörpers und bestimmt die 
zu komprimierende Fläche; man legt denselben in die Mitte der Platte des Messgerätes,
drückt ihn um 40 % seiner eigenen Dicke zusammen und bestimmt die dazu notwendige
Kraft. Das Ergebnis wird in Kpa ausgedrückt. Die Methoden zur Bestimmung der Stauchhärte
sind: DIN 53577, UNI 6351, ISO 3386. Toleranz +/- 15 %.

**Zugfestigkeit**

Der Zugwiderstand wird in Kpa oder kg/cm² ausgedrückt und ist das Verhältnis zwischen
der höchsten Kraft, die notwendig ist, und seiner Querschnittfläche. Die Bruchdehnung
ist die in Prozenten ausgedrückte Differenz zwischen der Ursprungslänge und der 
im Augenblick des Bruches gemessenen Länge. Der Probekörper muss aus Platten mit
10–15 mm Dicke gestanzt werden. Dann wird er in die Backen des Dynamometers gespannt
und einer konstanten Zugkraft ausgesetzt. Im Augenblick des Bruches wird die höchste
Kraft und die erreichte Länge gemessen; sodann wird die Zugfestigkeit (kpa) und 
die Bruchdehnung (%) berechnet. Die Methode zur Bestimmung der Zugfestigkeit ist:
DIN 53571.

**Druckverformungsrest**

Der Druckverformungsrest ist der Wert des prozentuellen Dickeverlustes des Probekörpers
nach der Kompression unter besonderen Bedingungen. Der Probekörper ist ein Parallelepiped
mit quadratischer Basis und einer Dicke von 50 mm. Dieser wird zwischen zwei parallele
Platten gespannt und bis zu 50 %, 75 % und 90 % seiner ursprünglichen Dicke zusammengedrückt.
Anschließend wird er für 22 Stunden in einem Luftumlaufofen bei einer Temperatur
von 70 °C aufbewahrt. Nach dieser Zeit wird er ausgespannt und muss 30 Minuten ruhen,
bevor seine Dicke gemessen wird. Die Ergebnisse werden als Dickeverlust – bezogen
auf die verschiedenen Kompressionswerte – in Prozenten ausgedrückt. Die Methode 
zur Bestimmung des Druckverformungsrestes ist: DIN 53572, UNI 6352.

**Dauerschwingversuch**

Der Dauerschwingversuch ist der in Prozent ausgedrückte Verlust der Dicke und des
Druckwiderstandes, den ein Probekörper aufweist, nachdem er bei einer Frequenz von
60 Pulsationen pro Minute 75.000 Mal bis zu 75 % seiner ursprünglichen Dicke zusammengedrückt
wurde. Zuerst wird der Kompressionswiderstand und die Ursprungsdicke des Probekörpers
bestimmt. Dann wird er 75.000 Mal bei einer Frequenz von 60 Pulsationen pro Minute
zusammengedrückt. Nach einer Ruhezeit von ca. 30 Minuten werden die Dicke und die
Stauchhärte erneut gemessen. Die Ergebnisse werden als Verlust der Stauchhärte in
Prozenten ausgedrückt. Die Methode zur Bestimmung des Dauerschwingversuchs ist: 
UNI 6356.

**Elastizität**

Die Elastizität ist das prozentuale Verhältnis zwischen der Rückprallhöhe und der
Ausgangshöhe einer Kugel (mit vorherbestimmten Abmessungen und Gewicht), die freifallend
aus einer bestimmten Höhe senkrecht auf die Oberfläche des Probekörpers trifft und
zurückprallt. Die Methode zur Bestimmung der Elastizität ist: UNI 6357.

**Luftdurchlässigkeit**

Die Elastizität und die Härte eines Schaumstoffes sind auch von der Größe und der
Öffnung der Schaumzellen abhängig. Bei gleichbleibenden anderen Werten sind Schaumstoffe
mit größeren und offenen, d.h. kommunizierenden Zellen elastischer. Mit einem besonderen
Gerät wird die Durchfluss-Schwierigkeit (Energiegefälle) eines Luftstroms durch 
ein Schaumstoffmuster gemessen. Bei kleinen und geschlossenen Zellen misst man hohe
Energiegefälle, d.h. niedrige Luftdurchlässigkeit. Bei großen und offenen Zellen
hat man niedrige Energiegefälle und hohe Luftdurchlässigkeit.

Brandmethoden

## MVSS 302:

Im Jahr 1972 wurden in den USA **konkrete Anforderungen an das Brandverhalten von
Werkstoffen und Teilen** im Innenraum von Personenkraftwagen, Lastwagen und Omnibussen
unter dem Namen MVSS 302 erlassen. Dabei werden folgende Prüfparameter verwendet:

 * Probekörper: Fünf Proben mit Abmessungen von 356 x 100 x Anwendungsdicke (maximal
   12,7 mm) und Messmarken bei 38 mm, 76 mm, 292 mm. Die Messstrecke beträgt 254
   mm.
 * Probeanordnung: Horizontal.
 * Zündquelle: Ein Bunsenbrenner mit 9 mm Durchmesser und einer Flammhöhe von 38
   mm wird 15 Sekunden lang angezündet.
 * Beurteilung: Die Flammausbreitungsgeschwindigkeit über die Messstrecke darf maximal
   4 inch/min (101,6 mm/min) betragen.

In Deutschland beträgt die **höchstzulässige Flammausbreitungsgeschwindigkeit **
für prüfpflichtige Innenraumteile gemäß § 30 StVZO **110 mm/min**. Die MVSS 302 
wurde von deutschen Kfz-Herstellern mehrfach modifiziert, darunter die OPEL-Norm
261 (max. Brennrate 75 mm/min) und TL-VW 1010 (Messmarken 38, 88, 292 mm).

## BS 5852 PART 2 CRIB 5 FÜR CMHR+CM-SCHAUMSTOFFE:

Im Jahr 1980 erließ das britische Parlament Sicherheitsverordnungen für Polstermöbel,
gefolgt von den Prüfmethoden BS 5852/1/2 bis 1982. Diese Verordnungen erforderten,
dass alle zum Verkauf stehenden Polstermöbel mit einem **Etikett **versehen werden,
das Kunden** über das Brandrisiko des Möbelstücks informiert**.

Polsterkombinationen wurden auf ihr Brandverhalten untersucht, wobei verschiedene**
Zündquellen wie Zigaretten, Gasflammen und genormte Körper aus Holzstäbchen** verwendet
wurden. Als Reaktion auf öffentlichen Druck verbot das britische Parlament im Mai
1988 konventionelle PU-Schaumstoffe ab dem 01.03.1989 als Möbel- und Matratzenfüllung.
Ein Verbot für brennbare Bezugsmaterialien wurde ebenfalls erlassen.

Um den PU-Schaum-Herstellern eine praktikable Prüfmethode zu bieten, wurde der CMHR(
Combustion Modified High Resilient) Schaum entwickelt. Ein **charakteristischer 
Test für diesen Schaumtyp beinhaltet Folgendes:**

Auf einem genormten Metallgestell werden zwei Schaumstoffkissen (Sitzteil: 300 x
450 x 75 mm; Rückenteil: 450 x 450 x 75 mm) rechtwinklig zueinander angeordnet. 
Die Kissen sind mit flammwidrigem Polyesterfaserstoff bezogen. Auf das „Sitzteil“
wird ein kaminförmiges Gebilde aus 20 Holzstäbchen gelegt und mit Propanol entzündet.

**Anforderungen**:

 1. Flammen müssen spätestens nach 10 Minuten erloschen sein.
 2. Glimmen und Rauchentwicklung müssen spätestens 60 Minuten nach Zündung enden.
 3. Der Gewichtsverlust des gesamten Modells darf nach Beendigung des Versuchs nicht
    mehr als 60 g betragen.

Diese Prüfung bewertet die Eignung des PU-Schaumstoffs als Polsterfüllung. Die Materialkombination
in einem Möbelstück unterliegt einer weiteren Bewertung nach Auswertung des Brandverhaltens
bei verschiedenen Zündquellen, jedoch gibt es in Deutschland bisher keine vergleichbaren
Anforderungen.

## CALIFORNIA-TEST T.I.B 117:

Das „Flammability package“ des US-State of California Department of Consumer Affairs–
Bureau of Home Furnishings – von 1980 legte Regeln für die Entflammbarkeit von Matratzen,
Polstermöbeln und den verwendeten Vormaterialien fest. Dies beinhaltete das „Technical
Information Bulletin 177 Section A Part 1“, kurz TIB 117, das **Prüfmethoden und
Anforderungen an das Brandverhalten** geeigneter Schaumstoffe beschreibt:

 * Probekörper: 10 Proben mit Abmessungen von 305 x 76 x 12,7 mm, wobei 5 Proben
   24 Stunden bei 104 °C gealtert werden.
 * Probeanordnung: Die Proben hängen vertikal im Testrahmen, wobei das untere Ende
   20 mm über dem Brennrohrende liegt.
 * Zündquelle: Ein Bunsenbrenner mit 10 mm Durchmesser und einer Flammhöhe von 40
   mm wird 12 Sekunden lang verwendet.
 * **Anforderungen:**
    1. Die durchschnittliche Länge der verkohlten Zone aller Proben darf maximal 152
       mm betragen, wobei eine Probe bis zu 203 mm erreichen darf.
    2. Die durchschnittliche Nachbrennzeit, einschließlich abgetropfter Teile, aller
       Proben darf maximal 5 Sekunden betragen, wobei eine Probe bis zu 10 Sekunden
       erreichen darf.
    3. Die durchschnittliche Nachglimmzeit, einschließlich abgetropfter Teile, darf
       maximal 15 Sekunden betragen.

Diese Prüfung ähnelt weitgehend der FAR Part 25b für die Innenausstattung von Flugzeugen
und entspricht den Anforderungen in DIN 4102 B2 (Deutschland) und SIA 183/2 Brandklasse(
Schweiz).

## DIN 4102 / DIN EN 1350-1 BZW. 13501-1:

Diese deutsche Norm wird hauptsächlich zur **Beurteilung des Brandverhaltens von
Baustoffen** verwendet und unterteilt Materialien in nicht brennbare (Klasse A1 
und A2) und brennbare (B1, B2, B3). Schaumstoffe fallen fast immer in die Klasse
B3 („leicht entflammbar“) nach DIN 4102. Die Klasse B2 („normal entflammbar“) erfordert,
dass die Flamme nach Entfernen der Zündquelle innerhalb von 20 Sekunden nicht eine
Markierungslinie 190 mm über der Probe erreicht. Die Klasse B1 („schwer entflammbar“)
erfordert den Bestehen eines Brandschachttests.

## EN 1021 – 1/2 : 1994 FÜR DIN 66084/DIN54341:

Diese EU-weite Norm **bewertet die Reaktion von Materialien auf eine brennende Zigarette**
und eine Butanflamme (ein simuliertes Streichholz). Sie ersetzt nationale Tests 
wie DIN 54342 – 1/2 in Deutschland und BS 5852: 1990 in Großbritannien.

 * EN 1021 – Teil 1 (Klassifizierung nach DIN 66084 P-c): Eine brennende Zigarette
   wird in den Testmodellwinkel gelegt und der Stoff darf nach 60 Minuten nicht 
   brennen oder glimmen.
 * EN 1021 – Teil 2 (Klassifizierung nach DIN 66084 P-b): Eine Butanflamme, die 
   ein Streichholz simuliert, wird in den Winkel gelegt und der Stoff darf nach 
   Entfernen der Flamme innerhalb von 2 Minuten nicht brennen.

## DIN 54341 (Klassifizierung nach DIN 66084 P-a):

Diese Klasse umfasst Polsterverbunde, die die Anforderungen von DIN 54341 bei jeder
Einzelprüfung erfüllen müssen. Hierbei wird ein** Papierkissen mit 100 g Gewicht
auf den Prüfkörper gelegt**. Die Flammen müssen innerhalb von 15 Minuten erlöschen,
wobei die Flammhöhe und die Seitenränder bestimmten Anforderungen entsprechen müssen.

## FAR 25.853 (B):

Die FAR 25.853 (B) ist eine amerikanische Testmethode, die in der **Flugzeugindustrie
Anwendung** findet. Dabei wird das Entzündungsverhalten, die Flammenausbreitung 
und das Abtropfverhalten von Materialien gemessen. Der Test erfolgt bei einer Beflammungsdauer
von 12 Sekunden (Klassifikation a) und 60 Sekunden (Klassifikation b).

## DIN 75200 (+ISO 3795):

Die DIN 75200 ist eine deutsche Norm, die die **Brenngeschwindigkeit von Materialien
im Insassenraum** von Kraftfahrzeugen **bewertet**. Ein horizontal angeordneter 
Probekörper (138 x 80 mm) wird in einem U-förmigen Halterahmen über 15 Sekunden 
einem Brenner mit mäßiger Flammbeanspruchung ausgesetzt. Es wird festgestellt, wann
die Flamme erlischt oder die Flammenfront eine bestimmte Brennstrecke zwischen zwei
Meßmarken durchläuft. Die internationale Norm ISO 3795 basiert im Wesentlichen auf
der DIN 75200.

## ASTM D 1692-68:

Ursprünglich für die **Bauindustrie **in den USA entwickelt, wird die ASTM D 1692-
68 Testmethode nun auch in der **Automobil- und Transportindustrie **zur Bewertung
des Brandverhaltens von Materialien verwendet. Ein horizontal auf einem Drahtgeflecht
liegender Probekörper (15 x 5 x 1,27 cm) wird an einem Ende entzündet. Nach Entfernen
der Zündquelle (Bunsenbrenner) werden Zeit und Brennstrecke bis zum Erlöschen der
Flamme gemessen. Erreicht die Flamme vor Erreichen der Messmarke bei 12,5 cm das
Erlöschen, erhält der Schaum die Klassifizierung „selbsterlöschend nach ASTM D 1692-
68“.

## UL 94 HF 1:

Die Underwriters Laboratories Inc. (UL) führt sicherheitstechnische Prüfungen** 
für den Schutz von Menschen und Sachwerten** durch. Die UL 94 ist eine Vorschrift
zur feuersicherheitlichen Prüfung von Kunststoffen, insbesondere Schaumstoffen. 
Die Stufe HF 1 stellt hohe Anforderungen an die Materialien:

 * **Probekörper: **Es werden 2 x 5 Proben mit Abmessungen von 152 x 50,8 x 12,7
   mm verwendet, wobei 5 Proben 168 Stunden bei 70 °C gelagert werden.
 * **Probeanordnung:** Die Probe liegt horizontal auf einem Drahtnetz mit definierter
   Maschenweite, darunter eine horizontale Wattelage 305 mm unterhalb der Probe.
 * **Zündquelle: **Ein Bunsenbrenner mit aufgesetzter Düse erzeugt eine 47 mm breite
   Flamme, wobei die Höhe der nicht leuchtenden Flamme 38 mm beträgt.
 * **Beflammungsdauer: **60 Sekunden

**Ergebnisse:**

 * Kein Nachbrennen länger als 2 Sekunden nach Beflammungsende bei mindestens 4 
   von 5 Proben.
 * Bei keiner Probe Nachbrennen länger als 10 Sekunden nach Beflammungsende.
 * Keine Zerstörung einer Probe über die 57 mm-Marke hinaus.
 * Kein Nachglühen einer Probe länger als 30 Sekunden nach Beflammungsende oder 
   über die 57 mm-Marke hinaus.
 * Kein brennendes Abtropfen.

## EG 95/28

Die EG 95/28 ist eine Richtlinie der Europäischen Union, die das Brennverhalten 
von **Werkstoffen in der Innenausstattung **bestimmter Kraftfahrzeugklassen regelt.
Ziel ist die Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten in Bezug auf
diese Materie. Die Richtlinie betrifft insbesondere Kraftomnibusse der Klasse M3,
die zur Beförderung von mehr als 22 Fahrgästen bestimmt sind, wobei Fahrzeuge für
stehende Fahrgäste oder den Stadtverkehr ausgenommen sind. Die Mitgliedstaaten dürfen
Fahrzeuge oder Bauteile, die den in dieser Richtlinie festgelegten Bedingungen entsprechen,
weder verweigern noch verbieten.

## BKZ (SCHWEIZER BRANDKENNZIFFER)

Die **Brennbarkeit von Baustoffen** wird anhand der Brandkennziffer (BKZ) in die**
Klassen 3–6 **eingeteilt, wobei Zündbarkeit und Abbrandgeschwindigkeit maßgebliche
Faktoren sind. Baustoffe der Brennbarkeitsgrade 1 und 2 sind nicht als Baustoffe
zugelassen. Die Qualmbildung wird durch Messung der Lichtabsorption beim Abbrand
eines Prüfkörpers ermittelt und in die Qualmgrade 1–3 eingeteilt, wobei diese das
Qualmverhalten beschreiben. Die Brandkennziffer setzt sich aus dem Brennbarkeitsgrad
und dem Qualmgrad zusammen und dient zur Klassifizierung von Baustoffen.

Verarbeitungsmethoden

 1.  Horizontal schneiden
 2.  Vertikal schneiden
 3.  Horizontal Kontur schneiden
 4.  Vertikal Kontur schneiden
 5.  Fräsen
 6.  Ausbohren
 7.  Stanzen
 8.  Schälen
 9.  Formschnitt
 10. Profilschnitt
 11. Rollenware

Selbstverständlich stehen wir Ihnen bei Fragen auch persönlich zur Verfügung!
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